Bevor ich über diese Entwicklung spreche, möchte ich eines festhalten.
Die Elektromobilität steht heute dort, wo sie steht, weil in den vergangenen Jahren unglaublich viel Aufbauarbeit geleistet wurde.
Hersteller, Energieversorger, Installationsbetriebe, Softwareunternehmen, Verbände und viele weitere Marktteilnehmer haben die Grundlagen geschaffen, auf denen wir heute aufbauen können.
Standards. Interoperabilität. Zuverlässige Ladehardware. Mess- und Eichrechtskonformität. Leistungsfähige Backend-Systeme und vieles mehr.
Deshalb möchte ich an dieser Stelle ganz bewusst auch einmal Danke an alle Kunden in der Early-Adopter-Phase und die anderen Marktteilnehmer sagen.
Denn Innovation entsteht selten dadurch, dass man Bestehendes schlechtredet. Sie entsteht meist dadurch, dass man auf Bewährtem aufbaut und neue Möglichkeiten ergänzt.
Zu jeder erfolgreichen Technologie gehört auch, dass sie sich weiterentwickeln kann. Genau an diesem Punkt stehen wir heute.
Während sich in den vergangenen Jahren vieles um die Ladehardware drehte, rückt heute das Fahrzeug selbst zunehmend in den Mittelpunkt.
Diese Entwicklung wird von mehreren Seiten gleichzeitig vorangetrieben:
Fahrzeughersteller öffnen ihre Fahrzeuge für digitale Dienste und stellen Fahrzeugdaten über standardisierte Schnittstellen bereit. Mit dem europäischen Data Act entwickeln sich die regulatorischen Rahmenbedingungen weiter.
Elektrofahrzeuge werden zunehmend nicht mehr nur als Verbraucher betrachtet, sondern im Zusammenhang mit bidirektionalem Laden auch als mobile Flexibilitäts- und Stromspeicher für das Energiesystem geöffnet.
Gleichzeitig hat das Bundesministerium der Finanzen seine steuerliche Rechtsauffassung zum Zuhauseladen von Dienstwagen weiter konkretisiert und damit die entscheidende Grundlage für fahrzeugbasierte Dokumentations- und Erstattungsprozesse geschaffen.
Dabei wird klargestellt, dass für den steuerlichen Nachweis auch wallbox- und fahrzeuginterne Stromzähler genutzt werden können und hierfür keine Eichrechtskonformität erforderlich ist.
Wichtig bleibt jedoch die Einordnung: Diese steuerliche Klarstellung betrifft das Zuhauseladen von Dienstwagen. Für andere Anwendungsfälle, etwa die entgeltliche Stromabgabe an Dritte, gelten weiterhin eigenständige mess- und eichrechtliche Anforderungen.
Erst das Zusammenspiel dieser Rahmenbedingungen eröffnet Möglichkeiten, auf die wir lange gewartet haben: neue Perspektiven für softwarebasierte Lösungen, intelligentes Last- und Energiemanagement sowie perspektivisch Vehicle-to-X-Anwendungen.
Das Fahrzeug ist nicht mehr nur Mobilität, sondern wird zunehmend zu einem integralen Bestandteil des Energieökosystems.
Damit beginnt eine der spannendsten Innovationsphasen der kommenden Jahre.
Wer schon einmal versucht hat, mehrere hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter quer durch Europa mit einer einheitlichen Zuhauseladen-Lösung zu versorgen, kennt die Herausforderung: unterschiedliche Wohnsituationen, nationale Anforderungen, Netzanschlussbedingungen und am Ende trotzdem eine einheitliche Abrechnung.
Viele Rollouts scheitern nicht an der Technologie, sondern genau an dieser Komplexität dahinter.
Die FIRMENLADEN Auto-Cloud Solution adressiert genau das.
Die FIRMENLADEN Auto-Cloud Solution als Bestandteil der FIRMENLADENWELT, vor allem in Kombination mit E-Flottendiensten und Ladepunktmanagement-Software, reduziert erstmals einige der größten Hürden beim Laden von Dienstfahrzeugen zu Hause deutlich.
Für mich verändert sie den Markt nicht, weil sie klassische Wallboxen ersetzen würde. Sie verändert den Markt, weil sie Unternehmen zusätzliche Handlungsmöglichkeiten eröffnet:
Genau das macht für mich einen Game Changer aus. Nicht, dass eine Technologie alleine alles ersetzt. Sondern dass sie Möglichkeiten schafft, die vorher nicht oder nur mit erheblichem Aufwand realisierbar waren.
Besonders deutlich wurde mir das in einem Projekt eines größeren Unternehmens.
Das Unternehmen beschäftigte rund 7.000 Mitarbeitende und verfügte über etwa 500 Dienstwagen, die grundsätzlich zu Hause geladen werden konnten. Rund 230 Mitarbeitende hatten bereits eine bestehende Lademöglichkeit.
Auf den ersten Blick schien die Ausgangslage ideal.
In der Praxis zeigte sich jedoch ein sehr heterogenes Bild: Ein Teil der vorhandenen Wallboxen war offline. Andere waren online, verfügten jedoch über keine geeignete Abrechnungssoftware.
Einige ließen sich aus der Ferne umkonfigurieren, andere wiederum nicht. Es gab unterschiedliche Hersteller, verschiedene Firmwarestände sowie Wallboxen mit und ohne integrierte Zähler, MID-Zähler und bereits vollständig eichrechtskonforme Systeme.
Hinzu kam die Anforderung, das Projekt perspektivisch nicht nur in Deutschland, sondern auch international auszurollen.
Natürlich hätten wir versuchen können, möglichst viele dieser Ladepunkte technisch auf unsere Plattform zu migrieren. Aufgrund der Eigenheiten und Abhängigkeiten im Bestand war das jedoch nur bedingt möglich.
Es wären trotzdem zahlreiche Vor-Ort-Einsätze, Servicepartner, Hardwareanpassungen sowie ein erheblicher Projekt- und Koordinationsaufwand notwendig gewesen.
Erst als wir die FIRMENLADEN Auto-Cloud Solution als zusätzlichen Lösungsbaustein betrachtet haben, änderte sich die Perspektive.
Statt hunderte Ladepunkte einzeln bewerten zu müssen, konnten wir den Fokus auf die Fahrzeuge und die erforderlichen Unternehmensprozesse verlagern.
In diesem konkreten Projekt führte das zu einer deutlich einfacheren Projektplanung, geringerem Koordinationsaufwand, schnelleren Rollout-Zeiten und einer wirtschaftlicheren Gesamtlösung, auch mit Blick auf die internationale Skalierung.
Im letzten Blog habe ich die FIRMENLADEN Auto-Cloud Solution zu Recht als eine Option von mehreren Alternativen genannt, die Auslagenerstattung auch ohne zusätzliche oder teurere Ladehardware beim Mitarbeitenden ermöglicht.
Das stimmt und das ist in vielen Szenarien ein echter Vorteil.
Aber hier möchte ich präzisieren: Weniger oder günstigere Hardware ist nicht automatisch immer die bessere Lösung.
Unternehmen unterscheiden sich. Fuhrparks unterscheiden sich. Car Policies unterscheiden sich. Betriebsvereinbarungen unterscheiden sich. Internationale Organisationsstrukturen unterscheiden sich.
Und vor allem unterscheiden sich die Menschen und deren Gegebenheiten und Rahmenbedingungen zu Hause, die diese Fahrzeuge täglich nutzen.
Warum sollte es dafür nur eine technische Antwort für alle geben?
Wer heute ausschließlich auf den günstigsten Weg optimiert, verzichtet möglicherweise auf Flexibilität für morgen.
Vielleicht entstehen neue regulatorische Anforderungen. Intelligente Energiekonzepte werden morgen noch wichtiger werden. Vielleicht möchte ein Unternehmen später zusätzliche Funktionen des intelligenten Ladens integrieren oder neue Betriebsmodelle nutzen.
Mit einem multifunktionalen Ansatz aus FIRMENLADEN Auto-Cloud Solution und intelligenter Ladeinfrastruktur ist man dafür besser aufgestellt.
Oft ist die günstigste Lösung nicht die klügste. Manchmal aber schon. Und dann spricht nichts dagegen, einfach anzufangen und schrittweise zu erweitern.
Wichtig ist nur, dass man dabei nicht in einer Sackgasse landet. Genau deshalb braucht es einen Partner, der alle Wege aus einem Guss denkt.
Deshalb beginnt gute Beratung für mich nicht mit einem Produkt. Sie beginnt mit einer einfachen Frage: Wo steht das Unternehmen heute und welche Möglichkeiten möchte es sich für morgen erhalten?
Spezialisierung sollte nicht in einer bestimmten Technologie liegen. Sie muss im Verständnis des Problems und des Bedürfnisses liegen.
Unternehmen brauchen Entscheidungsfreiheit und Flexibilität.
Je nach Ausgangssituation kann die richtige Lösung heute eine klassische eichrechtskonforme Wallbox sein.
Für andere Unternehmen ist vielleicht eine intelligente, onlinefähige mobile Ladeeinheit die wirtschaftlichere und flexiblere Wahl, gerade dort, wo bereits CEE-Anschlüsse vorhanden sind.
In anderen Fällen kann unsere FIRMENLADEN Auto-Cloud Solution ihre größten Stärken entfalten. Und ich denke, dass perspektivisch auch unser FIRMENLADEN Durchleitmodell Zuhause, also die Anwendung des Unternehmensstromtarifs beim Dienstwagen-Zuhauseladen, für viele Unternehmen eine interessante Ergänzung werden kann.
Keine dieser Lösungen ist universell. Sie lösen unterschiedliche Herausforderungen und können auch parallel eingesetzt werden.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht: Welche Technologie setzt sich durch?
Sondern: Welche Kombination von Technologien löst den konkreten Anwendungsfall eines Unternehmens heute am besten und hält gleichzeitig genügend Optionen für morgen offen?
Kurze, aber wichtige Klarstellung: Unsere FIRMENLADEN Auto-Cloud Solution ist nicht mit ISO 15118 oder Plug & Charge gleichzusetzen.
Während ISO 15118 die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ladeinfrastruktur übergreifend standardisieren möchte, nutzt unsere Lösung pragmatisch fahrzeuginterne Daten über Hersteller-APIs und integriert diese in die FIRMENLADENWELT-Plattform und in betriebliche Prozesse.
Innovation bedeutet nicht nur, möglichst viel neue Technologie einzusetzen.
Innovation bedeutet, bestehende Probleme einfacher, wirtschaftlicher und nachhaltiger zu lösen.
Die FIRMENLADEN Auto-Cloud Solution ist aus meiner Sicht eine der spannendsten aktuellen Entwicklungen beim Laden von Firmenflotten, aber nicht die Antwort auf jede Frage.
Was uns nach wie vor antreibt, ist nicht eine bestimmte Technologie. Es ist die Frage dahinter: Was hilft diesem Unternehmen, mit diesem Fuhrpark, in dieser und in zukünftigen Situationen, wirklich weiter?
Wenn wir das richtig beantworten, bieten und umsetzen können, dann machen wir unseren Job. Technologie ist dann gut, wenn sie Unternehmen hilft, kosteneffizienter zu sein und ihren Alltag heute und in Zukunft einfacher und besser zu machen.
Daran möchte ich jede zukünftige Innovation bei uns messen.
Firmen laden mit FIRMENLADEN!